Auseinandersetzungen zwischen DJs und Veranstaltern

24.07.2019 08:52:45 | Uwe
Auseinandersetzungen zwischen DJs und Veranstaltern sind an der Tagesordnung. Meist werden diese nicht vor Gericht ausgetragen und schnell beendet, meist zum Nachteil des DJs.

Zum einen, weil DJs auf Veranstalter angewiesen sind, aber auch deshalb, weil die Künstler ihre Rechte nicht kennen. Häufig passiert es, dass kurz vor dem Set ein Anruf eingeht und der Veranstalter absagt, meist, weil sich seine Erwartungen an den Erfolg der Veranstaltung nicht erfüllt haben.  „Keiner da, brauchst nicht zu kommen“ haben wahrscheinlich alle schon einmal gehört. Spricht der DJ den Veranstalter auf die versprochene Gage an, wird diese ihm oftmals verweigert – u.a. mit der Begründung, eine „Ausfallgage“ sei nicht vereinbart worden.

Eine solche Vereinbarung ist aber gar nicht nötig – dies wissen oftmals auch die Veranstalter nicht.

Ich habe daher ein paar Fälle aus meinem DJ dasein ausgewählt.
 
  • Ein Veranstalter und ich haben telefonisch einen mündlichen Vertrag über ein Set am Abend einer Veranstaltung geschlossen.  Am besagten Abend erscheinen deutlich weniger Besucher als vom Veranstalter erwartet. Der Veranstalter rief daraufhin an, obwohl ich bereits auf dem Weg zur Veranstaltung war und sagte den Auftritt ab.
  • Auf einem Geburtstag gebucht und 2 Wochen vorher kommt die Absage. Die geplante Feier kann daher leider nicht mehr stattfinden. 
  • Meine Trauzeugen haben sich schon um einen anderen DJ gekümmert. Daher storniere ich den müdlich geschlossenen Vertrag und brauchen Sie nicht zu meiner Hochzeit kommen. 
 
Bekommt der DJ seine Gage?
JA !
 
Die Rechtsprechung sagt:
Der DJ, dem kurz vor Beginn der Veranstaltung aufgrund geringer Besucherzahlen abgesagt wird, hat einen Anspruch auf Vergütung. Dieser Anspruch ergibt sich unmittelbar aus dem Gesetz, nämlich  aus den §§ 615, 611 BGB.

Bei dem Booking Vertrag zwischen DJ und Veranstalter handelt es sich um einen Dienstvertrag nach §§ 611 ff BGB. Im Gegensatz zum Werkvertrag ist kein bestimmbarer Erfolg geschuldet. Der Künstler schuldet als Dienstleistungs-Verpflichteter lediglich seine künstlerische Tätigkeit als solche und ist in der Gestaltung, der Auswahl der Musik und der Darbietung seines Programms frei. Daher bekommt auch ein DJ, der sich ständig vermixt, seine Gage.